Freitag, 19. August 2011

"Captain America" Kurzkommentar

Kaum aus dem Urlaub zurück und gleich ins Kino. Captain America, mein Lieblingscomicheld seit kleinster Kindheit (ich stehe auf diesen Ami-Patrioten-Scheiß und deren Flagge) endlich in einer aufwendigen Umsetzung. Doch Skepsis war vorhanden. Joe Johnston konnte mich bisher nicht mit seinen Filmen überzeugen. Es gab nur ganz nett bis ziemlich schwach. Und Chris Evans, den ich eigentlich ganz gut finde, aber ist er Captain America? Und dann noch das Kostüm. Stark verändert, aber trotzdem gut? Die Trailer konnten mich auch nicht vollends überzeugen und was ist letztendlich das Ergebnis? Ein wunderbar altmodisch wirkender Abenteuerfilm der mich ziemlich gut unterhalten hat und zumindest für mich, vom reinen Popcorn-Anspruch der beste aller Marvel-Filme ist die, seit Iron Man, auf das Großereignis The Avengers hingearbeitet haben. Der Film findet die richtige Mischung aus lockerer und ernsthafter Umsetzung, verzichtet auf zu viel Charaktergeplänkel und eine aufgesetzte schnulzige Liebesgeschichte wie in Thor (gibt es hier zwar auch, aber sehr knapp gehalten) und hat die richtige Mischung aus Action und Comicartiger Geschichte. Chris Evans ist auch weiterhin nicht meine optimale Besetzung, aber er meistert die Rolle ordentlich und hat genug Charme um den Film zu tragen und genauso hauchen die Nebenfiguren dem Streifen ordentlich Leben ein. Der Red Skull, einer der größten Gegner im Marvel Universum, kommt zwar etwas kurz und er wird einfach als absolut wahnsinnig hingestellt (was er auch ist), aber immerhin will er nicht nur eine kleine Stadt (Thor) oder eine Expo-Ausstellung (Iron Man 2) zerstören, sondern die halbe Welt. Wie bei einem Bond Gegner gibt es zwar keine großen Hintergründe, aber warum? Ich würde auch die halbe Welt zerstören wenn ich könnte *gg*.

Sonst erinnert einiges an Indiana Jones oder früheren Serials. Der Patriotismus ist natürlich vorhanden, wird aber oftmals ziemlich auf die Schippe genommen, was dem Film sympathisch dastehen lässt. Das schafft auch die Action die meist mit viel Handgemachten Explosionen und einigen Schlägereien daher kommt. Hier gäbe es sicherlich noch Luft nach oben, aber wenn man die anderen Marvel Studios Filme kennt, kann man froh sein das überhaupt so viel Action vorhanden ist. Auch sonst ist meist immer irgendwas los, so dass keine Langeweile aufkommt. Das war bei mir zumindest bei Thor und Iron Man 2 ständig der Fall.

Schlussendlich war der Film besser als erwartet (gute Arbeit Joe Johnston!) und die typischen Änderungen einer Comicfigur und deren Umfeld ist hier mehr als erträglich (Bucky kein Tennager usw.). Außerdem ist der Film toll ausgestattet und ist einfach wunderbare Popcorn Unterhaltung ohne großen Anspruch. Nicht mehr aber vor allem nicht weniger! Und Captain America hat damit endlich eine würdige und überfällige Umsetzung bekommen(auch wenn ich den Pyun Captain America auch nicht so schlimm finde).

8/10



P.S.

Ein weiteres Highlight natürlich der kurze Avengers Teaser nach dem Abspann. Ich hätte als Kind niemals gedacht jemals einen Avengers Film zu sehen und nun ist es 2012 soweit. Geil.

P.P.S.

Captain America ist in den Comics übrigens schon lange nicht mehr die Figur die sie vor 30 Jahren mal war. Vor allem die Hefte von Ed Brubaker sind ganz großes Kino.

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